Textgarten

Donnerstag, 25. März 2010

Nur Musik

ich sitze da
will nicht weinen
will nicht schreien
hier in der dunkelheit
nur musik in meinem Kopf

ich höre nichts
kann nicht reden
kann nicht schreiben
es ist so dunkel
nur musik in meinem kopf

ich sitze hier allein
will nicht aufstehen
kann nichts ändern
dunkel mit geschlossenen und offenen Augen
nur musik in meinem kopf

ich höre in mich hinein
will mich nicht erinnern
will nicht an die Zukunft denken
die dunkelheit ist teil von mir
nur musik in meinem kopf

Donnerstag, 26. November 2009

Künstlerbild

Ein Wort - tausend Gedanken
dunkel, kein Licht mehr scheint.
Eine Melodie - tausend Gefühle
kalt, hab seitdem nicht mehr geweint.

Träume zerfetzten mein Bild.
Mein Bild, dessen Farben du mir gabst.
Dessen Rahmen du mir schenktest.
Strich für Strich hast du es gemalt,
Farbe für Farbe hast du es belebt.

Jetzt hängt es allein an einer weißen Wand.
Bunt und froh, die and'ern schönen Elemente
Es wartet allein auf seine seltenen Betrachter.
Vergessen und verstaubt, die Motive der Fragmente.

Und bevor die Ausstellung meiner Seele schließt,
sagt leise das Führungspersonal:
"Denken Sie dran, malen Sie Ihr Bild alleine."
Denn so bestimme ich die Farbe, die ich meine.

Corinna Wolfsteller (überarbeitet 26.11.09)

Wissen Sie Wissen?

Wissen ist groß, Wissen ist weit.
Wissen - ist Macht
Und Macht will jeder.

- Macht über die anderen
- Macht über Besitz
- Macht über sein Leben

Doch wie viel Wissen steckt in Macht?
Und was ist eigentlich Wissen?

- Wissen über andere
- Wissen über meinen Besitz
- Wissen über DAS Leben - oder:
Wissen um ZU überleben?

Da Macht = relativ und
Wissen von Weisheit stammt
lässt sich ein linearer Zusammenhang herstellen:
Mehr Wissen - mehr Macht.

Mehr Informationen - mehr Wissen = mehr Macht?
Durch Web 2.0 gelang ein Durchbruch bei der Informationsverbreitung.
Aber sind wir jetzt mächtiger?
oder gar weiser?

Autor: Corinna Wolfsteller (26.11.09)

Sonntag, 22. November 2009

Dialog mit einer (anderen) Märchen- und Mythenfigur

"Schönen guten Morgen, ich grüße Dich!"

Ja, ich grüße dich auch. Wie schön es doch wäre, dich einmal wirklich zu sprechen.

"Zweifelst du, dass dies real ist?"

Ja, das tue ich. Doch nehmen wir an, wir ständen uns tatsächlich gegenüber. Nehmen wir an, du wärst echt und wärst direkt vor mir. Hättest du keine Sorge?

"Nein, natürlich nicht. Du gibst mir keinen Grund dich zu fürchten."


Nicht? Ich würde dich ohne zu zögern angreifen, dich verletzen und in die Flucht zu schlagen versuchen.

"Würdest Du? Ich wundere mich. Ich mache meinen Job doch gut! Und solltest du auf mich zu stürmen, um mich zu belehren, dann flieg ich einfach ein Stück höher, so dass du nicht an mich heran kommst."

Das sieht dir ähnlich: Mist verzapfen und dann wegflattern, dich unangreifbar machen. Lern zielen, du missgeleitetes Geflügel!

"Hör mal, du bist nur einer von ein paar Millarden. Da kann schon was schief laufen... Und wenn du mich nochmal so anfährst, dann hole ich gleich wieder meinen Bogen heraus!"

Wenn das mal keine Drohung war. Es klang für mich auch wie ein Geständnis deiner eigenen Unfähigkeit.

"Du scheinst erzürnt zu sen. Wie schade. Du misstraust zwar meinen Kräften, aber viel mehr deinen eigenen."

Wenn ich so ein Ding wie du hätte, dann wäre die Welt ein schönerer Ort. Ich würde Menschen wirklich zusammenbringen!

"Ach wirklich? Es gibt viel zu tun da draußen. Da bleibt keine Zeit für detailreiche Recherche. Lieber ein Schuss ins Blaue - mit kleinem Teilerfolg - als gar nicht abzudrücken."

Und dass mehr Leute unglücklich werden, als tatsächlich glücklich, ist dir egal?

"Es ist mir nicht egal. Letztlich begreife ich Verliebtheit als Bonbon der Welt. Sie schafft tiefe Emotionen, setzt das Samenkorn der Liebe und ist Inspirationsquelle für viele. Ich fühle mich gut bei dem, was ich tue!"

Ich fühle mich auch gut bei dem, was ich tue. Aber ich erzeuge weniger Leid in der Welt, als du. Ich wünschte, ich könnte einen Tag lang du sein.

"Gut, tauschen wir ab jetzt die Rollen. Aber ich prophezeie dir, dass du scheitern wirst, Amor.

Freitag, 13. November 2009

"Ein Dialog mit der Märchenprinzessin"

I(ch): Guten Tag, Frau Prinzessin. Schön Sie mal persönlich zu sprechen.

P(rinzessin): Ähm, hallo. Wer sind Sie?

I: Wer ich bin, tut hier nichts zur Sache. Wissen Sie eigentlich, dass mehrere Generationen von Mädchen wegen ihnen mit Krön'chen und pinkem Kleid'chen verkommen?! Haben Sie überhaupt eine Ahnung wie Sie auf andere wirken?

P: Was fällt Ihnen denn ein?! So spricht man nicht mit einer Märchenprinzessin! Sie sind bestimmt nur eine einfache Bäuerin, die tagsüber auf dem Felde Ihre Finger versaut. Sie wissen doch überhaupt nichts über mich!

I: Ich weiß über nichts über Sie?! Glauben Sie nicht, dass ich auch einige Märchen gelesen habe? Ob Sie nun "Cinderella", "Aschenputtel" oder "Oh-rette-mich" heißen; es ist doch immer das Gleiche. Irgendjemand will dem König Böses oder Reichtum erpressen und da man wiedermal zu feige ist, klaut man einfach Dich. Dann muss ein ach-so-tapferer Prinz auf einem ach-so-schönen weißen Pferd daher kommen; den Drachen töten, die Räuber in die Flucht schlagen und die arme unschuldige Prinzessin retten. Die Burschen tuen mir leid...

P: Ja, aber dazu wurde ich doch erfund...

I: ...Was noch viel schlimmer ist: Außerhalb der Märchen haben Sie eine Popularität, die kaum Grenzen kennt. Sei es ein quietsch-rosanes Kostüm mit Plastikkrönchen für alle "Prinzessinen", die noch groß werden müssen. Sei es ein Spielzeugbausatz mit dem man die großen Abenteuer nachstellen kann. Sei es ein eigener Film, um Ihren Namen in alle Welt hinauszutragen. Es ist nicht aufzuhalten.

P: Wow, ich bin so bekannt?! Dann kann ich Vater darum bitten, sie alle mal ins Schloss einzuladen und wir veranstalten ein tolles, buntes Fest.

I: Prinzessin ..., darum geht es doch gar nicht! Bedenken Sie doch die armen Jungen, die in der Realität auch so einiges opfern müssen, nur damit sich "Madam Prinzessin" mal für sie interessiert. Ist das Ihnen denn egal?!

P: Aber ich brauche doch einen Prinzen an meiner Seite, der mich vor allem Unheil beschützt.

I: Sehen Sie, da sind wir gleich beim nächsten Punkt. Ist Ihnen denn schon mal die Idee gekommen auch was Sinnvolles mit Ihren Leben anzustellen oder wollen Sie auf ewig von irgendjemand Dummen gerettet werden?!

P: Wie meinen Sie das? Ich bin die Prinzessin, meist die Tochter des Königs; Reichtum habe ich genug.

I: Haben Sie keine Aufgabe, kein Lebensziel?

P: Ich sichere den Fortbestand der königlichen Familie. Das reicht doch wohl?

I: Wie ich sehe, verstehen Sie mich kein bisschen. Dann fahren Sie wieder zurück in Ihr Traumschloss. Das gibt es hier nämlich nicht.

Freitag, 6. Februar 2009

Mensch als Lebenswandler

Als Wanderer durch diese Welt
Verstehe ich nicht mehr, was den Menschen an ihr hält.
Sie leben allein in ihren Systemen,
Die da nur bestehen aus Extremen.

--- Mit jedem Schritt in ein neues Zeitalter ---

Seelenlos gehetzt dem Arbeitswahn;
Arbeitsweg gleich einer Achterbahn.
Gedankenfremd im Lebensprozess;
Geplagt von diktierter Cleverness.

--- Stehst du noch oder gehst du schon? ---

Geblendet von dem Blitzlicht des Tages;
Weiß ich nicht mehr, was wirklich noch da ist.
Wer willst du sein? - Such' es dir aus!
Eine Maske für jede Art von Applaus.

--- Ein haltloser Fall in die Zukunft ---

So viele Schritte wurden schon gemacht…
War es denn wirklich auch so gedacht?

by: Corinna Wolfsteller

Samstag, 10. Januar 2009

"Eine Hand sucht..."

Eine Hand möchte gestreichelt werden,
eine Hand möchte die eine Strähne aus deinem Gesicht streichen.
Eine Hand möchte berührt werden,
eine Hand möchte deine Fingerspitzen auf ihrer Haut spüren.

Eine Hand sucht eine Gleichgesinnte für:
- ein locker-flockiges Händeschütteln
- einen festen Händedruck
- ein aufmunterndes Auf-die-Schulter-Klopfen
- Festhalten beim Schlittschuhlaufen
- Wärme beim Spazierengehen

Eine Hand will dir beim Tragen der Beutel helfen.
Eine Hand will für dich die Bücher schleppen.
Eine Hand will für dich das Fahrrad schieben.

Meine Hand braucht keinen -Schuh.
Meine Hand braucht keinen Verband.

Ja, meine Hand braucht nur deine Hand.

Samstag, 15. November 2008

Frühstück außer Haus

Frühstück außer Haus (Von Thomas Bruckert)

Mein Wecker klingelt kurz vor 9 und reißt mich aus den Träumen. Doch ich lächel, wissend warum ich mir das antue. Schnell aus dem Bett krabbeln, Handy anschalten und zum Glück keine SMS bekommen. Denn schon einmal wurde das Frühstück außer Haus kurzfristig abgesagt.

Noch im Schlafanzug suche ich mir die Kleidung für den Tag zusammen und gehe in das Badezimmer: Frisch geduscht, rasiert und angezogen verlass ich es und gehe in die Küche. Es hieß; Du bringst Brötchen, den Rest hab ich da. Deswegen schiebe ich die goldgelbe Teigware in den Ofen, suche ein Behältnis für den Transport.


Eine Viertelstunde später laufe ich durch das kalte neblige Frankfurt; warm sind nur die Brötchen in meinen Händen und die Gedanken an ein schönes Frühstück. Nach einigen Minuten komme ich bei Dir an und klingel.
Und klingel.
Und klingel.

Nachdem Du auch nicht ans Telefon gehst und meine gute Laune entgültig verzogen war, habe ich nur noch einen Gedanken:

Schade, dass die Brötchen kalt geworden sind.

Donnerstag, 16. August 2007

Wenn die Welt versinkt...

Es ist kalt draußen, die schwarze Luft des letzten Anschlages verzieht und schon eine neue Detonation. Den "Menschen" hinter diesem Gesicht des Krieges zu finden scheint beinah unmöglich. Täglich strömen neue Nachrichten durch das Medienäther, berichten uns von Toten und Verletzen. Früher war es die Natur, die sich ihrer lästigen Eroberer entledigen musste...heute schaffen wir das ganz allein.

Vor kurzem las ich über den psychischen Vertrag, den Kinder mit ihren Eltern eingehen (vgl. Wareham, John 1991), sein Schluss: wenn man diese unterbewusste Zielvereinbarung nicht in seinem Leben erfüllt, fühlt man sich fortan als Verlierer. Doch wer den Vertrag erfüllt, und beispielsweise ein wenig mehr, als die Eltern oder dass, was die Eltern nicht erreichen konnten schafft, geht aus dem Pakt als Gewinner hervor. Leider mit der Tendenz das Erreichte zu zerstören.

Geschichtlich betrachtet können wir stolz behaupten, mehr erreicht zu haben. Glaubt man der Evolutionstheorie, begannen wir zu laufen, bauten Dampfmaschinen und lernten fliegen. Die Menschheit, als Gesamtheit betrachtet, übertraf sich ständig selbst. Sind wir jetzt an dem Punkt, das Erreichte zerstören zu wollen? Sind wir Feinde der Zivilisation geworden?

Carlos

Mittwoch, 13. Juni 2007

Abgeschrieben: Beck immer überraschter

Nachdem Kurt Beck völlig überrascht einen zunehmenden Neoliberalismus bei der CDU registriert hat, zeigt er sich heute sehr verblüfft über den zunehmenden Rassismus bei weiten Teilen der Rechtsradikalen und verwundert über den abnehmenden Pazifismus in weiten Teilen des Irak. Erstaunt zeigte er sich auch über den sonderbar zyklischen Tag-und Nacht-Rhythmus auf der Erde, den rätselhaften Heliozentrismus des Sonnensystems (Kopernikus?) und den irritierend fauligen Geschmack, den eine vergammelte alte Pflaume manchmal so haben kann.

Licht am Ende des Tunnels: TITANIC

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